Kunsthistorikerin / Buchautorin / Storytelling

Kraftakt der Gemeinschaft


22.5.2020

Lange hat man angenommen, dass Konkurrenz die treibende Kraft der Evolution ist und dass Intellekt, Kreativität und Anpassungsfähigkeit die entscheidenden Überlebensvorteile waren. (Darwins survival oft he fittest) In den 1980/90er Jahren entstand ein völlig neues Bild, als sich Neurobiologie, Entwicklungspsychologie und Anthropologie vernetzen. Es zeigte sich, dass das menschliche Gehirn immer dann am effektivsten arbeitet, wenn viele Hirnareale vernetzt und Emotionen im Spiel sind.

Die Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy veröffentlichte eine Studie zur Frage, welche Gesellschaften am „erfolgreichsten“ waren gesehen durch die Brille der Evolution.

Sie bewies, dass es diejenigen Gruppen waren/sind, in denen sich die gesamte Familie der der gesamte Clan besonders intensiv um den Nachwuchs kümmerte.

Diese Kinder waren gesünder, kräftiger, „fitter“. Der Fokus auf den Nachwuchs förderte vorausschauendes Denken, Kommunikationsfähigkeit und… Empathie, was die Gehirne der frühen Menschen wachsen ließ. Das also waren unterm Strich die eigentlichen Motoren der Menschheitsgeschichte.

Überleben ist also immer auch ein Kraftakt der Gemeinschaft.