Glücksbringer
Wir haben Glück und können trotz Corona ein Ausstellungsprojekt zu Ende bringen, die Eröffnung soll planmäßig im Juni stattfinden, ein Wunder!
Die Ausstellung erzählt von „Wibbelts Welt“. Augustin Wibbelt war ein westfälischer Lyriker und Schriftsteller, der Anfang des 20. Jahrhunderts mit plattdeutschen Gedichten und Romanen bekannt wurde.
Wibbelts Muse war die Natur, waren Gärten und der Wald. Und ein Bewohner erscheint immer wieder: die Amsel. Bei meinen Recherchen bin ich auf Erstaunliches gestoßen:
Die Amsel ist das Symbol des Gartenvogels schlechthin und hielt bereits vor Jahrhunderten Einzug in Lyrik, Mythologie und Musik.
Im europäischen Volksglauben gilt sie als Glücksbringer, aber sie ist viel mehr als ein beflügelndes Wesen. Ursprünglich war die Amsel ein Waldbewohner, der den Menschen überhaupt erst in die Gärten und Parkanlagen gefolgt ist. Wegen ihres dunklen „Gewandes“ und ihrer „Wald-Geschichte“ brachte man sie in der christlichen Symbolik oft mit frommen Einsiedlern in Verbindung.
In der warmen Jahreszeit lassen sie sich hoch oben auf Dächern und Baumwipfeln nieder, um in der Morgendämmerung und am Ende des Tages ihr Lied in die Welt zu singen. Ein Loblied auf den Frühling oder die Liebe, wer weiß. Vielleicht auch nur, weil sie es so gut kann.
Denn: Amselgesang kommt unserem Verständnis von Musik näher als der Gesang der Nachtigall, er lässt sich sogar in unserem Notensystem wiedergeben. Amselstimmen umfassen mehr als eine ganze Oktave. Franz Josef Strauss ließ sich davon inspirieren, als er den „Rosenkavalier“ komponierte. Als O-Ton kann man eine Amselstimme in Paul McCartneys Song „Blackbird“ und in vielen Songs von Cold Play hören.
Dann macht doch heute Abend einfach mal das Fenster auf und lauscht, vielleicht bringt es euch ja Glück.