Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte?
1.7.2020
Die Begriffe Licht, Laut und Logos (das Wort) haben dieselbe Ur-Wurzel.
Sehen, Hören und Sprechen sind also eng verwandte Dinge, ebenso das daraus folgende Begreifen bzw. Verstehen. Denn das griechische Wort lógos bedeutet u.a. auch Sinn, Lehre, Geist oder Verstand.
Für den Maler und Bauhaus-Lehrer Wassily Kandinsky war das Wort „ein innerer Klang“. Und wo menschliche „Klänge“ Sinn gewinnen, werden sie zu Worten, formen sie sich zu inneren Bildern des Verstehens und können immer dort nach außen kommen, wo Menschen kreativ sind.
Mit dem Geschaffenen formen wir die Welt. Es geht also nicht um die Frage: Bilder, Worte oder Klänge? Es geht um das, WAS wir sagen.
Ursprünglich war Sprache kein „geläufiges Geplapper, sondern ein religiöser Akt“. Ein schöpferischer Akt. Magie.
(Joachim E. Behrendt, Nada Brahma. Die Welt ist Klang, Suhrkamp 2007)