Die Frage nach dem Glück
Früher gab es eine Schafweide auf dem Hof nebenan. Um die Osterzeit herum flitzten die Lämmer über die Weide und abends, wenn es Zeit war schlafen zu gehen, fingen sie an lauthals zu blöken. Dann kam der Bauer und trieb die kleine Herde in den Stall.
Eine besonders gelassene Schafsmutter haben wir Selma getauft nach der Hauptfigur eines kleinen Buches über das Glück von Jutta Bauer.
Selma ist Kult!
Und das ist ihre Geschichte:
„Es war einmal ein Schaf. Das fraß jeden Morgen bei Sonnenaufgang etwas Gras…lehrte bis mittags die Kinder sprechen...machte nachmittags etwas Sport…fraß dann wieder Gras…plauderte abends etwas mit Frau Meier (einem Geier, Anm.)…schlief nachts tief und fest.
Gefragt, was es tun würde, wenn es mehr Zeit hätte, sagte es: ich würde bei Sonnenaufgang etwas Gras fressen, ich würde mit den Kindern reden, mittags!! Dann etwas Sport machen, fressen… abends mit Frau Meier plaudern…nicht zu vergessen: ein guter fester Schlaf.
Und wenn sie im Lotto gewinnen würden…?
Also, ich würde viel Gras fressen,…am liebsten bei Sonnenaufgang…viel mit den Kindern sprechen…dann etwas Sport machen…am Nachmittag Gras fressen…abends würde ich gern mit Frau Meier plaudern.
Dann würde ich in einen tiefen, festen Schlaf fallen…“
(Jutta Bauer, Selma, Lappan Verlag 2008)