Kunsthistorikerin / Buchautorin / Storytelling

Dorf B. - Wer sucht, findet

Dauerausstellung in Bellersen, dem Dorf B. in Annette von Droste-Hülshoffs Judenbuche

Die Ausstellung wirft einen Blick in die bewegte Zeit der Epochenwende vor rund 230 Jahren. Wie haben sich die Erschütterungen durch die Französische Revolution und die verschiedenen nationalen Erneuerungsziele auf die Literatur zwischen Romantik und Vormärz in dieser Region ausgewirkt? Welche aktuellen Lesarten begleiten uns in unsere Welt heute Gegenwart?

Die Märchensammlung der Brüder Grimm ist mit dieser westfälischen Region ebenso eng verbunden wie Drostes weltweit bekannte Erzählung der Judenbuche. Droste reiste als Kind und junge Erwachsene mehrfach zum nahe gelegenen mütterlichen Familiensitz, bis es nach einer Familienintrige zum Bruch kam. Menschen, Landschaften und Ereignisse verarbeitete sie später in der Judenbuche und in ihren Gedichten. Ihre Werke sind Seelenlandschaften, ihr Verständnis von “Natur” modern und umfassend.
Der Rundgang führt zu konkreten Schauplätzen, stellt einzelne Akteure und Literaten vor. Er widmet sich der Frau und Dichterin Droste, ihrer einzigartigen Naturlyrik (incl. Hörproben) und ihrer Briefkunst.

Höhepunkt ist die szenografische und interaktive Präsentation der Judenbuche. Aus den über 200 Interpretationen des Gesellschaftsportraits finden sozialkritischen Fragen sowie die aktuelle ökologische Diskussion besondere Beachtung, um den Bogen in die Gegenwart zu spannen. Mobile “Baumstämme” spiegeln nicht nur das Thema Abholzung, sondern stellen die einzelnen Akteure vor und können wie in einer Familienaufstellung immer neu in Beziehung gesetzt werden.

Für junge Besucher erzählt Michael Sommer eine humorvolle Version der Erzählung als Hörspiel “to go”.